Wenn Funktionieren zur Falle wird


Du erledigst. Du hältst zusammen. Du lieferst.
Und irgendwann, meist spät abends oder früh morgens, kommt dieser Gedanke:
Wann lebe ich eigentlich?

Es gibt eine bestimmte Art von Erschöpfung, die sich nicht durch Schlaf beheben lässt.

Sie entsteht nicht durch zu viel Arbeit. Sie entsteht durch zu wenig von dir selbst.

Du kennst das vielleicht. Du funktionierst. Nach außen läuft alles. Die Aufgaben werden erledigt, die Verantwortung wird getragen, das Leben rollt weiter.

Und trotzdem stimmt etwas nicht.

Nicht laut. Nicht dramatisch. Nur dieses leise, anhaltende Gefühl: So war das nicht gemeint.

Funktionieren ist eine Fähigkeit. Und eine Falle.

Menschen, die gut funktionieren, werden dafür belohnt.
Sie bekommen mehr Verantwortung. Mehr Vertrauen. Mehr Aufgaben. Mehr Lohn.

Das System “belohnt” dich: Das machst du gut. Mach weiter so.

Irgendwann hörst du auf zu fragen, ob du das überhaupt willst. Du machst einfach weiter. Weil es funktioniert. Weil andere es brauchen. Weil es bequem scheint. Weil aufhören sich falsch anfühlen würde.

Bis der Moment kommt, in dem du dich fragst:
– Will ich das wirklich?
– Was will ich eigentlich?
– Was erfüllt mich?

Wer gut funktioniert, merkt oft als letzter, dass etwas nicht stimmt. Weil von außen alles in Ordnung aussieht. Weil es keinen Knall gibt, keinen Einbruch, keinen offensichtlichen Grund.

Nur dieses schleichende Gefühl. Das man immer besser ignorieren lernt.

Bis es irgendwann zu laut wird, um es zu überhören.

Der Wendepunkt kommt selten als großes Drama. Er kommt als leise Frage: Ist das wirklich alles?

Was dann hilft, ist nicht mehr Optimierung.
Nicht noch ein System, noch eine Strategie, noch ein Buch.

Was hilft, ist innezuhalten.
Wirklich innezuhalten. Denn wer inne hält, erfährt inneren Halt.
Dann stell dir selbst die Fragen, die du schon lange vor dir herschiebst.
– Was trägt mich noch. Was nicht mehr?
– Was tue ich für andere. Was für mich?
– Wer bin ich, wenn ich nicht gerade funktioniere?

Diese Fragen lassen sich oft nicht alleine beantworten. Nicht weil du es nicht könntest. Sondern weil dir dein eigener Kopf meist dieselben Antworten gibt.

Manchmal braucht es jemanden, der anders fragt.

Wenn du merkst, dass du funktionierst, aber nicht lebst. Dann lass uns sprechen.
Nicht über Optimierung. Sondern über das, was wirklich dran ist.

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